Resilienz ist kein Einzelsport. In Organisationen entsteht sie systemisch: Sie wächst oder schrumpft in Abhängigkeit davon, wie Führung gelebt wird. Wenn Führungskräfte Fehler sanktionieren statt als Lernchance zu begreifen, entsteht Angst. Wenn Informationen zurückgehalten werden, entsteht Misstrauen. Wenn Leistung über Wohlbefinden gestellt wird, entstehen Krankenstände und Fluktuation.
Das Konzept der psychologischen Sicherheit, das durch die Forschungen von Amy Edmondson am MIT bekannt wurde, beschreibt genau jenen Zustand, der Teamresilienz erst ermöglicht. Ein Team, das sich psychologisch sicher fühlt, traut sich, Fehler anzusprechen, unbequeme Fragen zu stellen und neue Ideen einzubringen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben. Studien zeigen, dass psychologische Sicherheit einer der stärksten Prädiktoren für Teamleistung ist, noch vor fachlicher Kompetenz oder Erfahrung.
Führungskräfte, die bewusst an ihrer eigenen Resilienz arbeiten, schaffen dieses Klima fast automatisch. Sie bleiben in Krisen ruhig und klar. Sie hören aktiv zu. Sie zeigen, dass es in Ordnung ist, sich zu irren, solange man daraus lernt. Dieses Verhalten überträgt sich auf das gesamte Team.